Schlafapnoe (starkes Schnarchen) – Wenn die Atmung in der Nacht aussetzt

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Schlafapnoe ist die Bezeichnung für eine krankhafte Art des Schnarchens. Sie ist gekennzeichnet von Atemaussetzern während des Schlafens. Ob dein Schnarchen krankhaft ist, warum dir das schaden kann und wie du vorbeugen kannst, erfährst Du im folgenden Gastbeitrag von somnishop.

 

Was ist krankhaftes Schnarchen?

Schnarchen wird häufig nur als Beziehungskiller und Alltagsproblem gesehen. Dass sich dahinter aber ein enormes Gesundheitsrisiko verbergen kann, ist den wenigsten bewusst. Wenn das nächtliche Grunzen krankhaft ist, spricht man in der Medizin auch vom pathologischen Schnarchen. Der Indikator dafür ist die Versorgung des Körpers mit Sauerstoff. Die wiederum hängt mit der Atmung zusammen.

Für das Schnarchen generell gilt: Alles entspannt sich im Schlaf extrem – Muskeln und Gewebe beispielsweise. So passiert das insbesondere auch mit dem Gewebe der oberen Atemwege. Sprich: Die Gewebespannung, auch Tonus genannt, ist sehr gering. Das Gewebe in Deinem Rachen fällt in sich zusammen und verengt dadurch Deine Atemwege. Bei einer Schlafapnoe sind sie sogar komplett verschlossen. Die Atemluft findet also keinen Weg mehr rein und raus. Es herrscht Atemstillstand. Die Dauer variiert dabei von einigen Sekunden bis hin zu über einer Minute. Die Besonderheit dabei: Die Lunge “pumpt” trotzdem. Das bedeutet, dass Du als Schnarcher Atembewegungen zeigst, sich Dein Brustkorb hebt und senkt – obwohl weder Luft zur Lunge strömt noch Luft von der Lunge weg kommt. Diese Form des Schnarchens nennt man dann obstruktive Schlafapnoe (OSA).

 

Wann ist Dein Schnarchen krankhaft?

Wann Schnarchen krankhaft ist, bestimmt die Medizin mit dem sogenannten Apnoe-Hypopnoe-Index (kurz: AHI). Er gibt an, wie viele Apnoe- und Hypopnoe-Episoden bei einem Schnarcher pro Stunde Schlaf auftreten. Einfacher gesagt: Wie oft musst Du innerhalb einer Stunde Schlaf nach Luft schnappen?

Neben der medizinischen Umschreibung von krankhaftem Schnarchen gibt es aber auch einige relativ simple Symptome, die auf eine Schlafapnoe hindeuten: Zuerst kann gegebenenfalls der Bettpartner helfen. Frag ihn, ob es Perioden gibt, in denen bei Dir die Atmung im Schlaf aussetzt. Wenn das der Fall ist, solltest Du einen Arzt aufsuchen. Außerdem kann die Person, die mit Dir in einem Bett schläft, Auskunft über die Geräuschkulisse des Schnarchens geben. Gibt es einen Wechsel von sehr lautem Schnarchen und Stille kann das ein Indiz für eine Schlafapnoe sein. Auch hier solltest Du dich unbedingt an einen Experten wenden.

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besteht aus acht Fragen rund um die Themen Tagesmüdigkeit und Einschlafneigung und zeigt am Ende eine Einschätzung über die Stärke Deines Schnarchproblems.

 

Welche Folgen hat krankhaftes Schnarchen?

Zuallererst kann eine Schlafapnoe unangenehme Begleiterscheinungen mit sich bringen, weil der Schlaf krankhafter Schnarcher nicht erholsam ist. Tagesmüdigkeit, Abgeschlagenheit und verminderte Leistungsbereitschaft sind nur wenige Beispiele der unmittelbaren Folgen. Auch Persönlichkeitsveränderungen und Depressionen können auftreten. Nicht selten leidet das Sexualleben aufgrund einer sinkenden Libido.

Aber auch Langzeitfolgen bringt das krankhafte Schnarchen mit sich: Viele Schnarcher entwickeln beispielsweise chronischen Bluthochdruck (Hypertonie). Eine Studie aus den USA fand heraus, dass das Risiko unter Bluthochdruck zu leiden, bei einem Schlafapnoeiker etwa 3 mal so hoch ist, wie bei einem Menschen, der im Schlaf ungehindert atmet. Daraus entsteht ein gefährliche Spirale: Hoher Blutdruck ist mitverantwortlich für viele andere Erkrankungen. Herzinfarkt, Schlaganfall und Gefäßerkrankungen wie Arteriosklerose sind nur einige Beispiele.

 

Wie kann ich vorbeugen?

“Normales” oder auch nicht-krankhaftes Schnarchen steht oft ganz am Anfang eines krankhaften Schlafverhaltens. Auch wenn es bei Dir noch keine Atemaussetzer gibt, solltest Du das nächtliche Grunzen nicht leichtfertig abtun. Finde heraus, warum Du schnarchst und wähle daraufhin das richtige Anti-Schnarch-Mittel für dich. So lässt Du nicht zu, dass Deine nächtlichen Geräusche Deine Gesundheit langfristig belasten!

Ist es bereits “zu spät”, solltest Du eine Schlafapnoe in jedem Fall therapieren lassen: Standardmäßig wird eine Beatmungstherapie mittels CPAP-Gerät verordnet. Du schläfst dann mit einer Beatmungsmaske. Lange Zeit war CPAP der Goldstandard. Heute gibt es aber auch andere wirksame Mittel gegen krankhaftes Schnarchen, wie zum Beispiel die EPAP-Therapie – Ventilpflaster, die nachts über die Nasenlöcher geklebt werden. Auch Anti-Schnarch-Schienen oder die sogenannte Lagerungstherapie können helfen. Hier kommt es allerdings darauf an, in welcher Position Du schläfst bzw. schnarchst.

Der erste Schritt besteht aber in jedem Fall darin, Dich an einen Experten zu wenden. Das können ein HNO-Arzt, ein Allgemein-Mediziner oder auch diverse Beratungswebsites im Internet sein.

Weitere Informationen über Schlafapnoe findest Du hier.

 

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© Artikelbild: pixabay.com / Wokandapix

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