Gesichtscreme und tierversuchsfreie Kosmetik – Woran erkennt man ein gutes Gesichtspflegeprodukt

gesichts-pflege-produkt-creme-tierversuchsfreie-kosmetik-vegan

Grundsätzlich ist es für den Verbraucher sehr schwer zu erkennen, was tatsächlich in einem Kosmetikprodukt an Inhaltsstoffen eingesetzt wird. Natürlich ist jeder Hersteller verpflichtet, alle Inhaltsstoffe aufzuführen. Aber seien wir ehrlich, wer liest sich schon die ganze Inci-Liste durch und vor allem, wer versteht diese.

Und hier sind wir gleich beim Thema. Warum befinden sich in den meisten Cremes 40 – 60 verschiedene Inhaltsstoffe? Oder ist Ihnen das vielleicht noch gar nicht aufgefallen? Und welche und wie viele dieser Stoffe sind Wirkstoffe? Denn wegen der Wirkstoffe kauft man ja schließlich eine Creme, oder nicht?

 

Zusammensetzung einer Creme

Erst einmal muss man wissen, dass eine Creme zu ca. 80 % aus Wasser & Fett besteht. Da sich Wasser und Fett nicht miteinander verbinden, braucht man noch einen sogenannten Emulgator. Ferner werden Konservierungs-, Duft- und auch Farbstoffe hinzugefügt.

Jetzt fragt man sich zurecht, ob dann überhaupt noch Platz für das Wichtigste ist, nämlich die Wirkstoffe. Und tatsächlich ist es so, dass der Wirkstoffanteil bei 90 % aller Cremes bei unter 1 % liegt. Das gilt sowohl für Low Budget als auch High Class Produkte.

Bei einem Orangensaft findet man den Fruchtanteil des Getränks, der ja schließlich die Qualität wiederspiegelt, bei einem hohen Anteil (z.B. 100 %) vorne auf dem Etikett und bei einem geringen Anteil zumindest noch hinten auf dem jeweiligen Produkt.

Bei einer Creme wird man vergeblich nach einem Hinweis suchen, wie viele Wirkstoffe in der jeweiligen Creme enthalten sind. Das heißt, die wichtigste Information finden wir nicht. Eine eindeutige Deklaration sieht anders aus.

 

Weniger ist mehr

Je weniger Inhaltsstoffe eine Creme hat, desto geringer ist das Risiko einer allergischen Reaktion und desto größer ist die Chance, dass mehr als 1 % an Wirkstoffen in dieser Creme enthalten sind. Diese Produkte werden auch oft unter mit dem Begriff Clean Cosmetics geführt. Frei übersetzt „Reduziert aufs Wesentliche“.

Aber natürlich spielt auch die Qualität der Inhaltsstoffe eine entscheidende Rolle.

 

Wo kommen die Inhaltsstoffe her

Diese können pflanzlich, künstlich und auch tierischen Ursprungs sein. Letzteres, will eher kein Verbraucher und trotzdem sind diese in vielen Cremes vorhanden. Wäre das nicht der Fall, dann würden alle Cremes vegan sein. Sind sie aber nicht. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass wenn Sie eine nicht vegane Creme verwenden, dann können Sie fast davon ausgehen, dass tierische Inhaltsstoffe verwendet worden sind. Und Natur- oder Bio-Kosmetik ist nicht automatisch auch vegan.

Erkennen können wir die tierischen Inhaltsstoffe allerdings nur schwer, weil sie meisten zur Tarnung mit anderen Begriffen beschrieben werden. Nehmen wir den Inhaltsstoff Amnion Wasser. Hört sich natürlich besser an als Plazentawasser, das von Schlachttieren gewonnen wird und in vielen Cremes zu finden ist. Oder auch die Inhaltsstoffe Mink- oder Mustella-Oil. Hierbei handelt es sich um Nerzöl, das aus dem Unterhautfettgewebe des Nerzes gewonnen wird.  Sie sehen also, es ist nicht so einfach, da die Kosmetikindustrie sehr einfallsreich ist.

Aber wirken tierische Inhaltsstoffe besser als natürliche, oder warum werden diese von der Kosmetikindustrie so gerne eingesetzt? Die Antwort ist nein. Traurig aber wahr ist,  dass Überreste aus Schlachthäusern in den meisten Fällen günstiger sind als natürliche Inhaltsstoffe.

Tipp: Auf der Seite von PETA finden Sie eine Liste mit tierischen Inhaltsstoffen in Pflegeprodukten.

 

Inhaltsstoffe auf die wir verzichten sollten

Weitere Inhaltsstoffe auf die sie am besten verzichten sollten sind Parabene. Diese werden zum Konservieren von Cremes eingesetzt. Sie machen das Produkt lange haltbar, aber der Stoff steht auch unter Verdacht krebserregend zu sein. Oder Silikone. Diese bringen ein weiches Hautgefühl, haben aber den Nachteil, dass sie die Haut nach außen abdichten und biologisch nicht abbaubar sind.

Und wir sind uns einig, dass die Grundlage einer guten Pflege eine gute Reinigung der Haut voraussetzt, denn nur in eine gereinigte Haut können Wirkstoffe auch einziehen.  Leider finden wir aber in den meisten Produkten wie Tonics, Wasser & Lotion, Tenside, Alkohol, Emulgatoren, Duft- und Farbstoffe. Alles Inhaltsstoffe die unserer Haut nicht gut tun, dass Gegenteil ist eher der Fall.

 

Fazit

Hautexperten empfehlen, sich zuerst einmal die Inci-Liste anzuschauen. Hier sollten nicht mehr als 20, besser unter 10 Inhaltsstoffe aufgeführt sein. Die Haut sollte darüber hinaus möglichst naturnah gepflegt werden und zu 100 % frei von tierischen Inhaltsstoffen sein. Ferner sollte eine gute Gesichtspflege frei von jeglichen Zusatzstoffen wie Alkohol, Konservierungs-, Duft- und Farbstoffen sein.

Denken Sie immer daran, Sie haben nur eine Haut und je besser Sie diese pflegen, je wohler werden Sie sich in ihr fühlen.

 

Wir bedanken uns bei Wolfgang Balters von FilSuisse für den Gastartikel. Aussagen des Autors können von der Meinung der Redaktion abweichen.

Wie gut gefällt Dir dieser Artikel?
1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (7 Bewertung/en, durchschnittlich: 4,57 von 5)

Loading...

Alle Angaben ohne Gewähr auf Vollständigkeit und Richtigkeit.

Sponsored Post: Nein

© Artikelbild: unsplash.com / Sarah Gray

Über Apotheke.BLOG 226 Artikel
Apotheke.BLOG ist Dein Online-Magazin. Wir bieten Dir Hilfe & Tipps sowie Wissen rund um die Themen Symptome, Krankheiten, Medikamente, Therapie, Psyche, Wohl, Sport und Ernährung an.

1 Kommentar

  1. Bezüglich folgender Aussage muss ich doch kräftig korrigieren:
    „Weitere Inhaltsstoffe auf die sie am besten verzichten sollten sind Parabene. Diese werden zum Konservieren von Cremes eingesetzt. Sie machen das Produkt lange haltbar, aber der Stoff steht auch unter Verdacht krebserregend zu sein.“

    Zunächst erst mal die Bezeichnung von Parabenen als „der Stoff“: Hier handelt es sich um eine Gruppe von Stoffen, undzwar um Ester der para-Hydroxybenzoesäure (für jeden auch entsprechend aufbereitet nachzulesen auf Wikipedia mit entsprechenden Literaturhinweisen unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Parabene). Die Studie, die 2004 von britischen Forschern erstellt wurde und Parabene im Tumorgewebe von Brustkrebs nachweisen konnte hatte leider nur einen gravierenden Fehler: Die Forscher machten sich zu dieser Zeit nicht die Mühe, auch gesundes Gewebe zu untersuchen. Später stellte sich heraus, dass auch in normalem Gewebe Parabene nachweisbar sind. Die hormonelle Wirkung scheint mitunter sehr gesichert zu sein, jedoch ist die Konzentration an echten Hormonen natürlich wesentlich höher als die von Parabenen. Somit kann davon ausgegangen werden, dass der Effekt minimal bis nicht vorhanden ist. Das Verbot in Baby-Kosmetika sehe ich als richtig an, da es keine Langzeitstudien gibt. Leider werden durch den schlechten Ruf der Parabene andere Konservierungsmittel als Alternative eingesetzt, deren Datenlage noch lückenhafter ist/war (Ein Beispiel: Methylisothiazolinone, welches mittlerweile nur noch eingeschränkt verwendet werden darf).

    Methyl-, Ethyl- und Propylparaben verfügen über eine einigermaßen gute Datenlage und sind daher besser als ihr Ruf und andere Konservierungsmittel. Ich würde Sie bitten, solche Dinge besser zu recherchieren, bevor Sie mehr oder minder Panikmache betreiben.

    Aus zeitlichen Gründen konnte ich leider nicht jede meiner Aussagen durch Quellenverweise untermauern. Das überlasse ich gern Ihnen. Die Informationen gibt es in jedem Fall frei und leicht zugänglich (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/)

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*